In ihrer Doktorarbeit habe ich das Wohlbefinden der Kaffeeproduzierenden am Masaba untersucht. Ein wichtiger Teil davon ist das psychische Wohlbefinden, das eng mit der sozialen und ökonomischen Situation verbunden ist. In Uganda gibt es bislang nur sehr begrenzten Zugang zu psychologischer Unterstützung. Auch die Wechselwirkung zwischen körperlicher und psychischer Gesundheit ist vielen Haushaltsmitgliedern noch nicht ausreichend bekannt. Der eingeschränkte Zugang zu medizinischer Versorgung erschwert zudem die Auseinandersetzung mit diesem Thema.
Schwierige Erfahrungen oder zu starke Herausforderungen können bekanntermaßen allerorts die psychische Gesundheit belasten. Die Belastungen, denen die Produzierenden am Masaba ausgesetzt sind, sind vielfältig und gehen meist mit negativen Kettenreaktionen einher. Durch Wetterextreme, wie beispielsweise die Starkregenereignisse im Herbst 2019 und 2024, haben viele Produzierende zum Bespiel nicht nur ihr Hab und Gut verloren, sondern mussten auch Verwandte und Freund*innen beerdigen. Zusätzlich zu der ohnehin schon vielen Arbeit mussten viele verwaiste Kinder versorgen und Häuser und Kaffeegärten wieder aufbauen um neue Perspektiven zu schaffen. Dank eurer Spenden konnten wir damals tatkräftig bei dem physischen Wiederaufbau helfen.
Als wir Anfang 2025 von unserer Ugandareise zurückgekehrt sind, haben wir aber auch beschlossen das Thema der mentalen Gesundheit aktiv anzugehen, da sich durch die Schlammlawinen nicht nur die ökonomische, sondern auch die psychische Situation deutlich verschlechtert hatte.
Um einen Zugang zum Thema mentale Gesundheit zu schaffen und darüber aufzuklären, durch welche Symptome sich psychische Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen bemerkbar machen können, haben wir gemeinsam mit dem Psychologen Lukas Klaschinski und seinem Team von #aufdieOhren in den vergangenen Monaten einen Radiobeitrag zum Thema mentale Gesundheit entwickelt. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich für die tolle Zusammenarbeit und die Übernahme der Produktionskosten bedanken. Wahnsinn mit welcher Selbstverständlichkeit ihr uns ohne zu zögern so umfangreich unter die Arme gegriffen habt, um einen professionellen und durch Expert*innen begleiteten Radiobeitrag zu konzipieren und aufzunehmen!
Seit Mai 2026 wird dieser Beitrag nun fast täglich im ugandischen Radio ausgestrahlt. Er wurde auf Englisch und Luganda aufgenommen und beschreibt Symptome und mögliche Ursachen psychischer Belastungen. Gleichzeitig zeigt er Möglichkeiten auf, wie Menschen ihre mentale Gesundheit selbst stärken können, wenn kein medizinisches Fachpersonal zur Verfügung steht.
Für den Beitrag haben uns einige Mulembe-Produzierende ihre Stimme geliehen und ihre persönlichen Erfahrungen mit den Zuhörer*innen geteilt. So bekommt das Thema nicht nur fachliche Informationen, sondern auch eine persönliche und lokale Perspektive. Hört selbst rein.
Zusätzlich zu dem Radioprogramm hat unser Team kleine Übungen zur Reflektion der eigenen mentalen Verfassung an die kaffeeproduzierenden Haushalte verteilt, damit diese das Thema auch in ihren Alltag einbauen können.