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Gibt es Kinderarbeit auf den Kaffeeplantagen?

Wir wurden in letzter Zeit häufiger gefragt, ob wir ausschließen können, dass es Kinderarbeit auf den Farmen gibt, die uns ihren Kaffee verkaufen. Diese wichtige Frage wollen wir Euch natürlich beantworten:

Wie ihr wisst, stehen wir mit allen Produzierenden das ganze Jahr über im Kontakt. Insbesondere die regelmäßigen Feldbesuche und Trainings auf den Farmen von unseren drei Assistent*innen vor Ort ermöglichen einen Überblick und haben eine Kontrollfunktion für die ethisch kritischen Punkte. Auch wenn der kulturelle Hintergrund und die Gegebenheiten vor Ort eine Kindheit wie wir sie hier zu Lande gewohnt sind, nicht ermöglicht, werden den Kindern nur punktuell kleinere Aufgaben im Haushalt oder auf dem Feld aufgetragen. Diese Aufgaben werden nach der Schule oder am Wochenende erledigt und umfassen Tätigkeiten, die sonst die Frauen im Haushalt alleine erledigen müssten. Die Kinder im Teenageralter helfen dann z.B. bei der Ernte oder beim Umgraben für ein paar Stunden am Wochenende mit, holen Wasser oder waschen auch mal die Kleidung. Die jüngeren Kinder passen derweil oft auf ihre kleineren Geschwister auf und bleiben zu Hause.

Durch die vermehrten Lockdowns und die längeren Schulschließungen helfen die Jugendlichen vermehrt beim Anpflanzen von Lebensmitteln zur Selbstversorgung. 

Die Kinder stehen in Uganda nicht 24/7 im Fokus, was aber auf gar keinen Fall bedeutet, dass sich nicht vernünftig um sie gekümmert wird oder sie weniger geliebt werden als hierzulande. Die Gegebenheiten in Uganda sind andere: Die Unterstützung im Haushalt oder Feld wird von keiner unserer Farmer*innen über die Schulbildung und -Präsenz gestellt, sondern findet ausschließlich nach der Schule und am Wochenende statt! 

Auf unserer Startseite seht ihr Bilder, die Dennis Schischke bei der Verteilung von Schulmaterialien in Bulegeni aufgenommen hat. Dort haben wir Stifte, Hefte und Bälle an die Schüler*innen der Grundschule verteilt. In Zukunft wollen wir mit den Gewinnrückflüssen auch die Schulgebühren für die Haushalte übernehmen- dafür müssen wir allerdings noch etwas wachsen, denn die Schulgebühren sind hoch und die Anzahl der Kinder in den Haushalten groß.

Haben Jungs und Mädels die gleichen Bildungschancen?

Es ist in Uganda immer noch häufig der Fall, dass weniger Mädchen einen Schulabschluss erreichen als die Jungs. Das kann insbesondere dann vorkommen, wenn die Mädchen im frühen Alter schwanger werden oder wenn nicht ausreichend Hygieneartikel für die "unreinen Tage" zur Verfügung stehen. Die schambehafteten Tage sorgen für deutlich höhere Fehlzeiten der Mädels was auch ihre Schulleistung beeinflusst. 

Bisher haben wir mit Rückflüssen an drei Schulen im Distrikt Hygieneartikel verteilt und Priscilla hat die Mädels über das sensible Thema aufgeklärt. Wir entwickeln momentan Konzepte um die Mädels langfristig noch besser zu unterstützen. Falls Ihr dazu vernetzt seid oder eure Ideen einbringen wollt, lasst uns gerne einen Kommentar da oder schickt uns eine Email an info@mulembe-kaffee.de.

 

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